Nicht-chirurgische Schönheitsbehandlungen – was ist möglich?

Alexander Lunger

Immer häufiger melden sich bei unseren Mitgliedern Menschen, die eigentlich noch so jung sind, dass sie gar keine Alterungserscheinungen zeigen. Sie möchten gerne bestimmte körperliche Züge verbessern oder betonen, oder hervorstechende Merkmale ausgleichen. Entsprechende Impulse erreichen uns vor allem über social media. Daneben gibt es Tendenzen, ersten Alterungserscheinungen mit minimal invasiven Methoden vorzubeugen, anstatt später aufwändig zu behandeln.

Gemeinsam ist allen Massnahmen, dass sie ambulant durchgeführt werden können, keine Narkose benötigen und wenig Ausfall zur Erholung mit sich bringen, Schönheit to go, sozusagen. Das wird häufig gleichgesetzt mit Verzicht auf chirurgische Schnitte, welche eine gewisse Zeit zur Heilung benötigen.

Diese minimal invasiven Eingriffe haben einen ganz besonderen Reiz, da Ergebnisse zum Teil sofort sichtbar sind, der Effekt zeitlich begrenzt und meist kostengünstiger als ein Eingriff unter Narkose ist.

Welche Massnahmen werden nun hauptsächlich angewendet?

Ganz vorn liegen die sogenannten «Injectables», durch welche Injektion verabreicht werden, wie Botulinumtoxin und Hyaluronsäure.

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin ist eine Substanz, welche eine zeitlich begrenzte Lähmung der Muskulatur bewirkt. In der Medizin wird es vielseitig eingesetzt, für ästhetische Zwecke wird es in die Gesichtsmuskulatur injiziert, wodurch es indirekt zu einer Glättung der Falten kommt. Zudem kann es zur Behandlung von starkem Schwitzen, etwa unter den Achseln oder an den Händen, eingesetzt werden, was immer mehr Menschen als belastend empfinden.

Hyaluronsäure

Eine weiteres Produkt, das häufig genutzt wird, ist Hyaluronsäure. Als  körpereigene Substanz ist sie Bestandteil des Bindegewebes. Synthetisch hergestellt, nutzt man sie in der ästhetischen Chirurgie zum Aufbau beziehungsweise Unterfüttern von Gewebe. Dadurch kann man Proportionen im Gesicht ausgleichen oder betonen, etwa ein fliehendes Kinn, dünne Lippen oder sogar eine Hakennase kann bis zu einem bestimmten Grad korrigiert werden. Auch lassen sich damit geschlechtsspezifische Merkmale verstärken, z.B. ein breiter Unterkiefer oder hohe Wangenknochen. Altersbedingt abgesunkene Wangen, die zu Nasolabialfalten und Augenringen führen, können ebenfalls mit Hyaluronsäure gemildert werden, was zu einem jüngeren Aussehen beiträgt.

Lipofilling / Eigenfetttransfer

Die heute üblichen Hyaluronsäureprodukte werden vom Körper wieder abgebaut. Wer an einer natürlichen und dauerhaften Lösung zum Volumenaufbau interessiert ist, sollte sich über Eigenfetttransfer beraten lassen. Das sogenannten Lipofilling, bei dem körpereigene Fettzellen abgesaugt und an anderer Stelle wieder eingespritzt werden, wird ausser im Gesicht häufig auch an der Brust angewendet und wird zunehmend nachgefragt.

Vampirlift / PRP (platelet rich plasma)

Ebenfalls körpereigene Substanzen werden beim sogenanntem Vampirlift genutzt. Dabei wird Blut abgenommen und zentrifugiert, damit sich das Plasma von den festen Blutbestandteilen trennt. Das Plasma enthält unter anderem Wachstumsfaktoren. Es wird dann in die Haut gespritzt und unterstützt dort deren Regeneration. Medizinisch wird das sogenannte PRP bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, so z.B. auch bei Arthrosebeschwerden oder Haarverlust.

PRP wird häufig mit Medical-oder Micro-Needling kombiniert. Durch relativ tiefe Einstiche, die mit einer Nadelrolle in die Haut eingebracht werden, wird ein Wachstumsreiz gesetzt. Die abheilenden Einstiche bewirken auch hier einen Verjüngungseffekt durch Zellerneuerung.

Fadenlift / thread lift

Invasiver wird es dann beim sogenannten Fadenlift, bei dem dünne, sich auflösende Fäden unter die Haut gebracht werden. Die Techniken sind je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich. Durch die Abbaureaktion des Körpers auf diese Fäden kommt es zu einer Entzündungsreaktion, welche einen Straffungseffekt bewirken kann. Wenn Partien hängen, dann kann mit Widerhaken – Fäden durch leichten Zug eine zeitlich befristete Aufhängung erreicht werden.  

Laser

Mit Laser lässt sich eine Vielzahl an Hautproblemen behandeln, aktuell gerade sehr nachgefragt zur Enthaarung. Auch Männer sind hier eine wachsende Kundschaft. Zudem lassen sich Narben und unreine Haut, Akne und Besenreiser gut behandeln. Durch das Abtragen der oberen Hautschichten kann mit dem Laser auch ein hautverjüngender Effekt eintreten, ähnlich wie bei einem Peeling.

Grundsätzlich hat alles, was eine Wirkung hat, auch eine Nebenwirkung: Mit Rötung, Schwellung, Sonnenempfindlichkeit oder Blutergüssen muss gerechnet werden, zumindest für eine gewisse Zeit.

Oder anders ausgedrückt, alles was keine Nebenwirkung hat, hat häufig auch keine (oder wenig) Wirkung. Der Einsatz von nicht-invasiven Möglichkeiten ist daher naturgegeben beschränkt auf beginnende oder wenig ausgeprägte Merkmale und die Effekte sind nur von vorübergehender Dauer.

Wenn minimal invasive Verfahren keinen Erfolg (mehr) versprechen, dann ist es Aufgabe und Verantwortung Ihres Plastischen Chirurgen, Sie seriös darüber aufzuklären und weiterführende (chirurgische) Alternativen aufzuzeigen. Möglicherweise wird er/sie Ihnen sogar von Behandlungen abraten, wenn der Nutzen hinter den Erwartungen zurückbleiben wird.

Eine ausführliche Problemanalyse, das Klären der Erwartungen, Möglichkeiten aber auch Risiken einer Massnahme ist ein wesentlicher Bestandteil Ihres Beratungsgespräches. Der Chirurg Ihres Vertrauens wird sich vor jeder Behandlung genau mit den Interessierten unterhalten, damit das individuelle Ziel klar ist und der geeignete Behandlungsplan definiert wird.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an einen Plastischen Chirurgen Ihres Vertrauens, in Ihrer Umgebung.

Beiträge

Humanitäre Hilfe

Prof. Dr. med. Brigitte Pittet-Cuénod, Genf Die humanitären Einsätze möchten

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